Richard Sturn
42 Seiten · 9,46 EUR
(November 2011)
Aus der Einleitung:
Im ersten Teil dieses Aufsatzes werde ich im Lichte vielfältiger Kritik an der Ökonomik (auch, aber nicht nur im Anschluss an die jüngste Wirtschaftskrise) einige Überlegungen anstellen, welche das Verhältnis der Ökonomik zu Empirie und Praxis betreffen. Die Richtung dieser Überlegungen kann durch folgende vier Fragen angedeutet werden: 1. Inwiefern soll und kann theoretische Ökonomik "realistisch" sein? 2. Mit welchen Problemen ist der Versuch eines adäquaten Empiriebezugs konfrontiert? 3. Welche Arten von Einsichten und Antworten kann man sich von der Ökonomik erwarten? 4. Inwiefern und auf welcher Ebene können diese "praxisrelevant" sein? (Abschnitte 1 ? 5). In den Abschnitten 6-8 werde ich mich direkt einigen kritischen Befunden zur Rolle der Ökonomik in der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise zuwenden. Ausgehend davon wird ein kritisches Bild der Profession gezeichnet, das einige Parallelen mit der einschlägigen Argumentation Heinz Kurz' aufweist. Die Defizite und Errungenschaften der Profession werden vor dem Hintergrund folgender Fragen abwägend eingeordnet: In welchem Sinne und auf welche Weise kommen Fortschritte in der ökonomischen Theoriebildung zustande? Welche Anforderungen auf der konstitutionellen Ebene von Wissenschaft müssen vorliegen, um Fortschrittsprozesse zu begünstigen, und welche Probleme und trade-offs entstehen dabei?