Jürgen Kromphardt (Hg.)
"Schriften der Keynes-Gesellschaft" · Band 5
270 Seiten · 34,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-887-9
(Dezember 2011)
Beschreibung
Vor 75 Jahren erschien das Hauptwerk von Keynes, die "Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes" im englischen Original und in deutscher Übersetzung und revolutionierte das makroökonomische Denken. Dieser Band enthält Referate, die auf der Tagung der Keynes-Gesellschaft im Februar 2011 gehalten wurden und die den Bogen spannen von Keynes? damaligen Überlegungen zu heute zentralen Problembereichen. Dazu gehörten die zunehmend ungleiche Verteilung der Einkommen mit ihren negativen Konsequenzen für die Binnennachfrage und das verstärkte Gewicht der Geld- und Finanzmärkte. Beide erfordern wirtschaftspolitische Maßnahmen, die von einem Umsteuern bei der Einkommensverteilung bis zu einer Finanztransaktionssteuer reichen.
Inhaltsverzeichnisdem Verlag bekannte Rezensionen (Auszüge)
"Als vor wenigen Jahren die Immobilien-, Finanz- und Wirtschaftskrisen ausbrachen, war auch von einer Krise der Wirtschaftswissenschaften die Rede. Tatsächlich war es nicht gerade der Beleg einer progressiven Wissenschaft, dass bei der Suche nach einer Erklärung und Behebung der Krisen in der öffentlichen und selbst der akademischen Diskussion längst verstorbene Ökonomen und deren Theorien der 1930er Jahre "ausgegraben" werden mussten: Friedrich August von Hayek etwa; vor allem aber John Maynard Keynes. Tatsächlich stellen sich heute die gleichen Grundfragen der Diagnose:durch zu billigen Kredit induzierte Über- und Fehlinvestitionen (Hayek) oder die "drei U's", die sich auch schon bei Keynes finden lassen: Ungleichheit der Verteilung, Ungleichgewichte im Außenhandel und Unterregulierung der Finanzmärkte?
Die Autoren des vorliegendes Sammelbandes vertreten die zweite Sichtweise.
Keynes lebt - in vielerlei Gestalt, wie dieser Band demonstriert. Heterogenität und auch Heterodoxie, wie sie hier vorkommen, sind es wert, wahrgenommen zu werden, weil sie einen spannenden Diskurs jenseits des "mainstream" versprechen. Für einen marktprozesstheoretisch geprägten Ordnungsökonomen (inzwischen eine ebenfalls arg unorthodoxe Erscheinung) bieten diese gut 200 Seiten hinreichend Bereicherung, aber auch Zumutungen. Hierzu gehört etwa die in vielen Beiträgen kritisierte "neo-merkantilistische Wachstumsstrategie" von "Deutschland". Wer ist hier der Akteuer, der Stratege? Werden deutsche Exporte im Ausland von Privaten freiwillig nachgefragt oder von dunklen Mächten um Angela Merkel anderen aufgenötigt? Sind deutsche Löhne das Ergebnis einer "heimtückischen" Verschwörung ("dumping") oder autonomer Tarifverhandlungen mit deutschen Gewerkschaften, die zudem beachtliche Beschäftigungserfolge zeitigte? ... Den in den meisten Beiträgen deutlichen "Planification"-Keynesianismus einmal selbstkritisch (historisch, empirisch, komparatistisch) zu hinterfragen, wäre sicher auch eine wertvolle Aufgabe der Keynes-Gesellschaft. Bis dahin bietet aber auch dieser Band wertvolle Einsichten und kreative Reibungsflächen sowie dunkle Vorahnungen dessen, was auf Deutschland und Europa ökonomisch wie politisch zukommen könnte."