Jan Schlemermeyer
21 Seiten · 6,06 EUR
(Juni 2011)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Jan Schlemermeyer, ob der Neoliberalismus als politisches Projekt zu verstehen sei. Als Ausgangspunkt dient ihm dabei die so genannte Neue Marx-Lektüre, insbesondere die Arbeiten von Johannes Agnoli, als konkretes Beispiel geht er auf die Debatte um den "aktivierenden Sozialstaat" ein. Agnoli setzt sich nach Schlemermeyer explizit mit der Frage auseinander, was die von ihm beschriebene Involution demokratischer Mitbestimmungsformen zu Institutionen autoritärer Herrschaft und Manipulation eigentlich evoziert; er thematisiert damit eine in der Wirtschaftskrise besonders virulente Frage materialistischer (Gesellschafts-)Theorie: Wie ist das Verhältnis zwischen "struktureller Identität und Veränderung" demokratischer Staatlichkeit zu erklären, was sind die Faktoren der Transformationen? Der Staat ist nach Agnoli weder bloß "Überbau" (der orthodox marxistische Ansatz) noch "steuerndes Zentrum" (der regulationstheoretische Ansatz), sondern ein zentraler Knotenpunkt der Regulation im dynamischen und krisenhaften Reproduktionsprozess des Kapitalismus, er habe diesen zu garantieren.