Marco Lehmann-Waffenschmidt
28 Seiten · 5,90 EUR
(April 2009)
Zusammenfassung:
Das letztliche Ziel einer KuK-Analyse ist also eine graduell differenzierte, möglichst vollständige Kausalitätsanalye von Prozessen in dem Sinne, dass jeweils zwei diachron auseinander liegende Ereignisse des betrachteten Prozesses graduell kausalitätscharakterisiert werden können. Derartige Erkenntnisse können in einem weiteren Schritt zu Verlaufsregelmäßigkeiten bzw. Verlaufsgesetzen oder -mustern kondensiert werden, die wissenschaftstheoretisch den Status von empirischen Generalisierungen bzw. Empiremen haben. Damit können die Freiheitsgrade von Gestaltungsmöglichkeiten bzw. (angeblichen) Unvermeidbarkeiten und Zwangsläufigkeiten, mit denen Entscheidungsträger konfrontiert sind, genauer bestimmt werden. So können nicht nur Entscheidungsleistungen in komplexen Entscheidungssituationen mit Hilfe des KuK-Konzepts analytisch untersucht und graduell bewertet werden, sondern auch persönliche Verantwortlichkeit („Schuld“) von Entscheidungs- bzw. Handlungsträgern ex-post – oder in Zukunftsszenarien exante. Damit hat der KuK-Ansatz auch eine ethische Dimension, indem fundierte Werturteile über erwünschte bzw. faktische Ereignisse und Prozessverläufe möglich werden – mit möglicherweise weitreichenden Folgen für die betroffenen Akteure. Zudem kann dieses Instrument auch zur strategischen Entscheidungsunterstützung durch die differenzierte Abwägung möglicher Konsequenzen verschiedener Handlungsweisen beitragen bzw. als Prognoseinstrument verwendet werden.