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Donnerstag, 17. Mai 2012
 Startseite » Ethik  » Wirtschafts- & Governanceethik 

Josef Wieland (Hg.)

Behavioural Business Ethics – Psychologie, Neuroökonomik und Governanceethik

"Studien zur Governanceethik" · Band 8

280 Seiten · 24,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-774-2 (April 2010)

 
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Beschreibung

Die Erklärung menschlichen Verhaltens ist ihrem Wesen nach eine pluralistische Wissenschaft. Ökonomen stellen auf individuelle Vorteilskalkulation ab, und für sie ist daher der Nutzen die erklärende Kategorie. Die Psychologie beobachtet demgegenüber die vielfältigen Interaktionsmuster von Individuum und Umwelt, und Kognition ist für sie die entscheidende Komponente der Verhaltenserklärung. Schließlich die Neurologie, die in der gleichen Angelegenheit auf die erklärende Kraft der Aktivitäten und Organisation von Nervenzellen im Gehirn setzt und deren Leitbegriff die Emotion ist.

Unter der Überschrift "Behavioural Business Ethics" (BBE) hat sich in den letzten Jahren eine Diskussion etabliert, die man als Joint Venture aller drei der hier genannten Wissenschaften verstehen kann. Was ist der Stand dieser Diskussion, und welche gerechtfertigten Hoffnungen können sich mit dieser Neuausrichtung der Forschung auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Unternehmensethik verbinden?

Diese beiden Fragen standen im Zentrum des 5. Konstanzer Rundgesprächs zur Governanceethik, deren Beiträge in diesem Band versammelt sind. Josef Wieland entwirft eine komparative Forschungsskizze zum Verhältnis von BBE und Governanceethik; Birger P. Priddat erörtert den "affective turn in economics"; Michael Schramm zieht die ethischen Lektionen aus den Behavioural Economics; Hans G. Ulrich denkt über die Generierung von Moralprofilen im Kontext der Governanceethik nach; Markus C. Becker und Nils Stieglitz thematisieren das Verhältnis von Regeln, Identität und organisationaler Koordination; Sebastian Pforr untersucht den Zusammenhang von wahrgenommener Gerechtigkeit und Innovation; Marc C. Hübscher analysiert die Psychologie der Moralverdrängung und deren Einfluss auf Rechtfertigung; Reinhard Pfriem interessiert sich für die Frage, ob die neuerlichen Diskussionen auf eine Psychologie von Schachfi guren hinauslaufen, und Alexander Brink debattiert die Netzwerkgovernance psychologischer Verträge.



Inhalt
  • Josef Wieland
    Vorwort: Rationalität, Wahrnehmung und Gesellschaft
  • Josef Wieland
    Formen der Selfgovernance - Behavioral Business Ethics und Goverancneethik
  • Birger P. Priddat
    Ökonomie, Moral, Emotion - the affective turn in economics
  • Marc C. Hübscher
    Lucifer in between: Governance und schmutzige Praxis. Die Psychologie der Moralverdrängung und das Recht auf Rechtfertigung
  • Markus Becker & Nils Stieglitz
    Toward a logic of appropriateness? Rules, identity, and organizational coordination
  • Sebastian Pforr
    Psychologische Verträge und Innovationen. Wie die Wahrnehmung von Gerechtigkeit Innovationen hervorrufen kann
  • Alexander Brink
    Netzwerkgovernance und psychologische Verträge. Making and Keeping Promises
  • Hans G. Ulrich
    Ethos (Moral)-Profile - ihre Generierung und Regenerierung im Kontext der Governanceethik
  • Reinhard Pfriem
    Psychologie von Schachfiguren? Kulturelle Kompetenzen und die Ethik leiblicher Existenz
  • Michael Schramm
    Der virtuelle Finanzmarktkapitalismus und die menschliche Natur. Ethische Lektionen aus der Behavioral Economics

dem Verlag bekannte Rezensionen (Auszüge)

Forum Wirtschaftsethik, 19 Jh., Nr. 3/4 2011, S. 71-74 (Ewald Stübinger)  [ nach oben ]

"Die neun Beiträge des Bandes zeichnen sich durch Professionalität und ein hohes Reflexionsniveau sowie durch eine Pluralität an unterschiedlichen Themen, Fragestellungen und Zugangsweisen aus, wobei es in den beiden ersten Teilen vor allem um den Einfluss psychologischer Faktoren beim menschlichen Entscheidungsverhalten und deren Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Bereich geht, während der dritte Teil nach den gesellschaftlichen Bedingungen der Conditio humana fragt. ... Die in dem Sammelband vereinigten Beiträge bieten eine Vielzahl an interessanten Aspekten und Anregungen auf hohem Niveau. Auf dem Hintergrund neuerer Erkenntnisse der BBE erweitern sie das klassische Themenspektrum der Wirtschafts- und Unternehmensethik (Moral, Vertrauen, Gerechtigkeit, Anerkennung usw.) vor allem um die Bedeutung von Psychologie, Emotion und subrationalen Fakturen. Dem Band gelingt es auf überzeugende Weise, Ökonomik, Ethik, Anthropologie, Soziologie und Psychologie miteinander zu verknüpfen."


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Der Autor
Prof. Dr. Josef Wieland
Josef Wieland ist Direktor des Konstanz Institut für WerteManagement sowie des Zentrums für Wirtschaftsethik. Am 12. April 2005 erhielt er den Landesforschungspreis 2004 des Wissenschaftsministeriums Baden-Württenberg, mit dem insbesondere seine Arbeiten zur Unternehmensethik und das von ihm entwickelte WerteManagementSystem ausgezeichnet wurde. Der Preis ist mit 100.000 Euro der höchstdotierte Preis eines Bundeslandes. [weitere Titel]
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